Eine spirituelle Wanderung

Noch etwas zum Seelenweg hier im Gebirge bei Meran

Vellau – Leiteralm – Taufenscharte – Oberkaser – Spronser-Seen – Mutspitze – Taufenscharte – Leiteralm – Vellau:

(eine kleine Kopie vom letzten Jahr): … Mit großer Energie zusammen mit Angelika habe ich dann „neue“ Teile in der Bergwelt Meran’s bei herrlichem Wetter erwandert.
Letztes Jahr war ich noch sehr traurig, dass ich „meinen Berg“ die Mutspitze nicht besteigen konnte (ich dachte damals, dass werde ich nie wieder schaffen!). Vor über 30 Jahren ist es mir damals gelungen. Aber als ich in Schenna war, war mir ziemlich schnell klar, das schaffst und machst du jetzt noch einmal.

So habe ich mich allein auf den Berg getraut, ihn auch gut bestiegen und als Belohnung habe ich 45 Minuten allein!!! auf der Spitze verbringen dürfen. Von tiefem Gefühl ergriffen habe ich dann auch etwas geweint (früher konnte ich vor Ängsten überhaupt
nicht allein sein). Ich fühlte mich unheimlich stark und auf dem „Dach der Welt“ stehend!!! …

Ja, für dieses Jahr hatte ich mir etwas Besonderes vorgenommen. Die Spronser-Seen kannte ich noch nicht, und über die Hochgangscharte habe ich mich noch nicht getraut.

So hatte ich mir eine 2-Tage Tour überlegt, wobei ich über die Taufenscharte in Richtung der Oberkaser-Hütte wandern und von dort aus am Nachmittag zu den Seen aufbrechen wollte.
Am nächsten Tag dann wieder in Richtung Taufenscharte zu wandern, um von dort die Mutspitze zu besteigen – wie im letzten Jahr – und dann über den Gasthof „Mutkopf“ und über die Oberhochmuter-Seilbahn wieder zurück in Dorf Tirol zu gelangen.2017-07-12_Seelenwanderung-Spronser-Seen_03_01_Sessellift
Der Sesselift hoch zur Leiteralm

Das Wetter war für 2 Tage als gut (besonders für den 2. Tag) vorausgesagt, so startete ich am Morgen in der Früh (2017-07-12) und war ca. 10 Uhr von Vellau mit dem Korbsessellift in Richtung Leiteralm unterwegs. Von diesem Lift hat man die ganze Fahrt freien wunderschönen Blick nach Meran, nach Bozen und in das Vinschgau.

Dort oben angekommen, begann der mühsame Weg über die Leiteralm auf dem Tiroler Höhenweg. Irgendwie muss ich den Abzweig in Richtung Kuhalm, Taufenscharte verpasst haben, die meisten Leute gingen auch geradeaus, und ich bin immer mitgelaufen, habe mich aber dann irgendwann gewundert, warum ich die Taufenschwarte noch nicht erreicht habe (ich bin einfach in Richtung Hochgangscharte
weitergegangen), bis ich einen „Bergführer“ gefragt habe, nachdem ich eine Talbrücke erreicht hatte, die mir völlig unbekannt war.

Nach seinen Worten hatte ich also den Abzweig verpasst, und ich musste wieder zurück (der Bergführer war mit einer Familie in Richtung Hochgangscharte unterwegs, aber nicht darüber hinweg, denn dann hätte ich mich angeschlossen und hätte meinen
heimlichen Traum dieses Jahr schon erfüllen können).

Geärgert habe ich mich nicht nicht, ich war auch noch nicht besonders hoch gestiegen, hatte nur ca. „90 Minuten verloren“, aber ich habe dort schon gedacht „wer weiß, zu was es gut ist“.

2017-07-12_Seelenwanderung-Spronser-Seen_06_Taufenscharte

Der Weg hoch zur Taufenscharte

Und dann begann der Aufstieg von 1500 m auf 2200 m und das zog sich
besonders im Wald (bis zur oberen Waldgrenze) ziemlich lang hin, weil
man keinen „Fortschritt“ sieht.

Die nachfolgende Taufenscharte ist zwar auch noch ziemlich mühsam,
aber man sieht jeden kleinen Fortschritt nach oben.

2017-07-12_Seelenwanderung-Spronser-Seen_11_Taufenscharte-oben
Der Blick nach unten auf die Kuhalm

Oben angekommen war ich ziemlich geschafft und war vor Freude über das Geschaffte den Tränen sehr nahe. Es hatte mich noch ein junger Belgier „eingeholt“, mit dem ich mich in Englisch noch unterhalten habe und er von mir noch Fotos machte.

Allerdings war es durch den Umweg jetzt bereits ca. 13:30 Uhr. Nach kurzer Verschnaufpause und einer kleinen Stärkung erfolgte dann der leichte Abstieg zu meinem Nachtlager die Oberkaser-Alm (2100 m), die ich dann ca. um 16.15 Uhr erreichte.

Ich habe mir einen wohlschmeckenden Kaiserschmarrn und ein Glas
Buttermilch (etwas bräunlich) bringen lassen und dann für mein Nachtlager gesorgt. Im „Massenquartier“ bekam ich sogar ein Hochbett zugewiesen und ich entschied mich für das obere.

2017-07-12_Seelenwanderung-Spronser-Seen_25_Oberkaser-Hütte

Oberkaser-Alm in Sichtweite und der erste Spronser-See (Kaser Lacke, s. unten)

Slogan auf der Alm war „Wie haben kein W-LAN aber Schnaps“.

Da ich an Schnaps kein Interesse habe, der Zugang zum dort bestehenden W-LAN mir verwehrt wurde und auch kein „Netz“ erreichbar war, ist man hier oben total von der Welt „abgeschnitten“.
Für mich dort oben nicht schlimm, aber Angelika hat sich schon Sorgen gemacht, warum ich mich nicht melde, auch wollte ich sie doch an meiner Wanderung beteiligen.

2017-07-12_Seelenwanderung-Spronser-Seen_22_2 See-Kaser Lacke

Dann fing es noch an zu regnen, der Hüttenwirt meinte, es wird sich „einregnen“.
Mitgeteilt wurde mir noch: um 17:30 ist die Bestellung des warmen Essens, um 18:00 wird gekocht und um 18:30 Uhr wird serviert. Wer nicht da ist, bekommt nichts, knallhart!
Ich hatte aber doch noch ein Ziel: ich wollte und musste den Langsee der Spronser-Seen heute noch erreichen. Ich hatte zwar die ersten beiden Seen bei der Hütte gesehen, aber das war mir zu wenig. Am nächsten Morgen vor der Besteigung der Mutspitze den Langsee zu erreichen, hielt ich für aussichtslos.
Also habe ich den Regenschauer abgewartet, es klarte dann auch etwas auf, und ich brach trotz der Warnung des Hüttenwirtes um ca. 17:15 Uhr auf, den Langsee zu erreichen.
Dazu mussten aber noch ca. 200 Höhenmeter nach oben überwunden werden. Ich erreichte über den Grünsee dann mein Ziel den Langsee und ich wurde hier oben fast mit einem mystischen Gefühl belohnt.

Ich war hier im Hochgebirge total allein, war der Besitzer dieser Bergwelt in diesem Moment, ich wurde belohnt mit Regenbögen – in der Nähe wo ich herkam (Schenna) – und die Wolken und die Nebelschwaden schoben sich über die Gebirgskämme auf mich zu (so empfand ich es dort). Es war fast unheimlich, so still, aber ich habe mich doch sehr, sehr wohl gefühlt, ich war fast eins
mit der Natur.

Ich habe dort oben einiges fotografiert und zu Hause habe ich erst entdeckt, dass ein Bild entstanden ist, mit einem Regenbogen in der Ferne und eine Symmetrie von Himmel und Erde, von oben und unten, die fast mysteriös ist.

Und dieser wunderbare Moment ist nur entstanden, weil ich mich „verlaufen“ habe, weil sich alles etwas verspätet hatte, weil keine Menschen mehr im Hochgebirge waren, weil es hier geregnet hatte, der Regen weiter gezogen ist, und ich entgegen dem Ratschlag des Hüttenwirtes noch mal losgezogen war, ich auf mein warmes Abendessen verzichtet habe, und ich den Mut hatte, das zu tun, was ich innerlich auch wollte.

Ich hatte das Gefühl, es ist alles für mich „bereitet“ worden.

Mein Ziel war es ja auch, zum Ur-Grund meiner Seele zu wandern. Ich habe wieder einiges davon gespürt, total alleine zu sein, das Wunder dieser Welt zu erfahren und sich auch gleichzeitig total sicher und geborgen zu fühlen.

Jetzt beim Schreiben bin ich wieder in diesem Gefühl

und bin wieder ganz gerührt.
Eine Erfahrung, die ich nicht vergessen werde.

Ich allein in der Bergwelt, im „Weltraum“ sozusagen und ich fühle mich sicher, geborgen und getragen!!!

Unterwegs beim Bergwandern wurde ich wieder gedacht :-):

Der wichtigste Satz, den ich ich „erhalten“ habe:

Unser Schöpfer erfährt mit unseren Sinnen (Augen, Ohren…)
den von IHM erschaffenen wunderbaren Kosmos und ist begeistert darüber.

Er ist aber traurig wenn unser ICH, unser Verstand, unser EGO das Wunder dieser Welt nicht erkennt, nicht erkennen will!!!

Das EGO, der Verstand ist nicht in der Lage, das zu begreifen, was so offensichtlich ist. Wir haben alles in der Welt, was wir brauchen, aber da der Verstand seine Macht nicht „abgeben“ möchte, weil er meint, dann sterben zu müssen, keine „Macht“ mehr zu haben, spielt er sich und damit auch uns selber eine Illusion vor.

Wir sollten, zumindest hin und wieder, unseren Verstand verlieren!!!

Dann würden wir ganz schnell die Wahrheit hinter dem Dasein erkennen.
Aber ich weiß auch, dass dies mit großen Ängsten verbunden ist und dies nur durch kleine Schritte erreichbar ist.

Es folgen Stimmungsbilder hoch oben auf dem Plateau (Grün- und Langsee teilweise mit Regenbogen) ohne Worte:

2017-07-12_Seelenwanderung-Spronser-Seen_50_Langsee

Das Ziel, der Lang-See in dem sich die Schöpfung spiegelt

2017-07-12_Seelenwanderung-Spronser-Seen_49_Nebellandschaft am Langsee

Hier kroch der Nebel auf mich zu, war fast unheimlich

Letztens sagte jemand: Wie kann Gott Erdbeben zulassen und dadurch Menschen umbringen.

Ich habe nur gedacht: der Mensch weiß gar nicht, dass die tektonischen Erdkrusten-Verschiebungen notwendig sind, sonst wäre überhaupt kein Leben entstanden. Wir brauchen auch den glühenden Erdkern, sonst hätte die Erde kein Magnetfeld.

Und von der „höheren Warte“ her gesehen, ist es „nur der Körper“ der stirbt, die Seele kann sich, wenn sie es möchte, sofort wieder einen neuen Körper „beschaffen“
und ihren Weg in die Ewigkeit fortführen.

Manchmal habe ich auch das Gefühl das bestimmte Polaritäten in meinem Leben total in mir sind, aber sich wiederum gleichzeitig auch aufheben. Sonderbar!

Nach der Rückkehr um ca. 20:00 Uhr habe ich mich noch aus dem eigenem Proviant versorgt, habe noch ein Bier in der warmen Wirtsstube getrunken, danach habe ich mich ungeduscht (es gab keine Duschen) und mit vollen „Klamotten“ ins Bett gelegt. Sämtliche
Energien wurde um 21:45 Uhr (Hüttenruhe) auf „Null“ runter gefahren und ich habe ganz gut bis morgens um 7:00 Uhr geschlafen.

Am nächsten Morgen brach ich dann nach dem bescheidenen Frühstück um ca. um 8:00 Uhr auf und dachte dann, um ca. 11:00 Uhr auf der Mutspitze zu sein.

Aber ich habe mich wieder „verlaufen“, da ich die Richtung „Taufenscharte“ verpasst habe. Ich bin noch etwas wieder zurückgegangen, aber der „Abzweig kam nicht in mein
Blickfeld. Ich bin dann weitergegangen, das hat aber bedeutet, wieder einen Umweg zu gehen, weil ich erst ganz um den Berg auf dem Jägersteig und dem Tiroler Höhenweg dorthin gehen musste, wo ich eigentlich vor hatte, abzusteigen. Ich fand das dann auch
nicht schlecht, die Mutspitze in umgekehrter Richtung erstmalig zu erwandern.

Den Aufstieg von der Richtung Gasthof Mutkopf 1700 m bis hoch zur Mutspitze 2300 habe ich dann gemeinsam mit einem Mann aus dem „Ruhrpott“ gemacht (er verlor dann noch während des Aufstiegs seine Schuhsohle, aber das hat ihn nicht davon abgehalten,
weiter zu gehen, denn auch ihn hat der Berg „gerufen“).

Wir kamen immer wieder sehr schön ins Gespräch und ich war aber derjenige, der immer wieder für ein paar Minuten ins Tal schauen musste, um uns beiden die grandiose Aussicht bewusst zu machen. Das Wetter, die Sonne hätte nicht besser sein können.

2017-07-12_Seelenwanderung-Spronser-Seen_52_Mutspitze Richtung Bozen und Vinschgau

Blick von der Mutspitze nach oben Richtung Bozen, rechts ins Vinschgau, Verlauf der Etsch ist gut ersichtlich

Um ca. 12:30 Uhr waren wir dann unter großen Mühen unter dem Gipfelkreuz, und wir waren beide sehr glücklich. Dieses Jahr hatten sich allerdings viele Menschen auf der Spitze versammelt, aber auch unter vielen Menschen habe ich mir meine Gefühle, das
innere Gerührt-Sein nicht nehmen lassen. Ich glaube, ich war eine ganze Stunde oben und habe mein Dasein und die Aussicht genossen.

Der Berg ist eigentlich recht einfach auf und ab zu besteigen, es gibt auf dem Weg in Richtung Taufenscharte eine kleine Eisenleiter, aber ich habe nie das Gefühl auf dem Berg „abstürzen“ zu können.

Man wird belohnt mit einem grandiosen Blick in das große Tal von Meran, mit einem Blick auf den Lauf der Etsch.

Man sieht in die Täler in Richtung Bozen, ins Vinschgau (Oberlauf der Etsch) und in das Passeiertal (Tal zum Jaufenpass und ins Timmelsjoch – ein Tal mit dem ich mit Angelika schon meinen „Spaß“ hatte, weil die Pässe scheinbar unzählige „Tornanten“ haben, in denen man teilweise in den 1. Gang schalten muss).

2017-07-12_Seelenwanderung-Spronser-Seen_54_01_Panorama Richtung Bozen Vinschgau

Panorama des wunderschönen Tales von Meran von der Mutspitze gesehen

Da mein Wanderfreund den gleichen Weg wieder zurück musste, haben wir uns herzlich verabschiedet, weil ich es vorziehe, wenn möglich immer einen anderen Weg zurück zu nehmen.

Nachdem ich anderen Wanderern noch ein paar Tipps geben konnte, wie man alternativ nach unten kommen kann (ich habe mittlerweile Erfahrung auf dem Berg – auch wenn ich mich manchmal verlaufe) habe ich den Abstieg erstmal in Richtung Taufenscharte begonnen.

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Abstieg in Richtung Taufenscharte, Kuhalm ist bereits sichtbar

2017-07-12_Seelenwanderung-Spronser-Seen_62_Abstieg Mutspitze

Blick zurück während des Abstiegs

2017-07-12_Seelenwanderung-Spronser-Seen_63_Abstieg Mutspitze

Blick zurück zur Mutspitze (hinterer Gipfel mit Kreuz)

Ja, und dann musste ich von der Spitze von 2300 m wieder runter auf 1500 m zur Leiteralm (diesmal ohne Umwege), wo ich dann „ziemlich fertig“ aber überglücklich über den Seesellift und zweimal Busfahrten wieder zu „Hause“ in Schenna ankam.

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Blick wieder hoch zur Taufenscharte, Hier war ich fast schon unten

Was mir im Gebirge immer wieder besonders hier bei Meran auffällt:

Es wird fast immer sehr freundlich gegrüßt, die Leute hier sind sehr offen.
Man kommt immer wieder sehr schnell ins Gespräch, besonders an den sogenannten „Raststellen“.
Der Umgang miteinander hat immer einen stark helfenden, informativen Charakter und das ist sehr, sehr angenehm.
Aber es gibt aber auch „Zeitgenossen“, die andauernd am „Sabbeln“ sind und teilweise mit „hoher Geschwindigkeit durchs Gebirge rasen (nicht nur Mountain-Biker – mittlerweile mit E-Bike) und m. E. keinen Blick für die Schönheit der Natur haben.

Für mich waren es jedenfalls zwei wunderbare Tage, an denen ich wieder
sehr tiefgehende Erfahrungen machen durfte. Ich bin mit tiefer Dankbarkeit erfüllt.

Spirituelles Bild von der MutspitzeMutspitze – mein spiritueller Berg – in der Abendsonne_Foto vom Südtiroler Hof

2 Kommentare zu „Eine spirituelle Wanderung“

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